Der FT berichtet am 24.09.2007 mit Berichtigung von 25.09.07
Der 48-jährige Rechtsanwalt aus Pödeldorf geht bei der Wahl im März 2008 ins Rennen. Am Samstag haben die Sozialdemokraten in Gundelsheim auch ihre 60 Kandidaten für die Kreistagsliste aufgestellt.
Gundelsheim - Franz-Josef Schick aus Pödeldorf ist der Landratskandidat der SPD. Mit eindrucksvoller Mehrheit wurde der langjährige Vorsitzende der Kreistagsfraktion am Samstag in Gundelsheim gewählt. Auch die Vorschläge des Kreisvorstands für die 60 Personen umfassende Kreistagsliste wurden von den Delegierten des SPD-Kreisverbands Bamberg-Land ohne Gegenstimmen gebilligt.
In seinem Grußwort ermutigte Oberbürgermeister Andreas Starke die Delegierten, eine „Vorreiterrolle für die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land zu übernehmen.“ Er rief dazu auf, die Landesgartenschau 2012 als „ein überaus wichtiges, zukunftsweisendes und nachhaltiges Projekt der gesamten Region gemeinsam zu entwickeln.“
„Eine gute Mischung“
Der Gundelsheimer Ortsvereinsvorsitzende Jonas Merzbacher sprach davon, wie wichtig Seitensteiger für die SPD-Liste seien und dass er sie lieber als „Aufsteiger“ bezeichnen möchte. Für den Kreisvorsitzenden Manfred Deinlein ist die Kreistagsliste ein gute Mischung aus „erfahrenen Kommunalpolitikern und motivierten Seiteneinsteigern, die gleichzeitig die regionale Vielfalt im Landkreis und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen widerspiegelt.“
Landratskandidat Franz-Josef Schick kritisierte in seiner Grundsatzrede zur Kommunalwahl die Bilanz des amtierenden Landrats. Ein Schwerpunkt seiner Kritik war die Schulpolitik, in der sich der SPD-Fraktionsvorsitzende mehr Initiative vom Landrat „gegen das – auch durch die Einführung der sechsstufigen Realschule beschleunigte – Hauptschulsterben im Landkreis“ gewünscht hätte. Als rechtlicher Leiter des Schulamtes könnte man hier mehr gegensteuern – „wenn man denn wollte“, so der Kandidat.
Schulpolitik sei auch Strukturpolitik; wer Schulen sterben lasse, mache dem ländlichen Raum zusätzliche Probleme. Gleichzeitig bedauerte er es, dass sich die CSU-Fraktion im Kreistag bei dem SPD-Antrag auf einen Modellversuch für eine Schule mit Regionalschulcharakter weit weniger reformfreudig gezeigt und diesen abgelehnt habe.
Die Umweltpolitik, in der der Landkreis Bamberg „was Energieeinsparung und CO2-Verminderung betrifft, wahrlich keine Vorbildfunktion für sich in Anspruch nehmen kann“, so Schick, bildete einen weiteren Schwerpunkt seiner Rede. Anträge der SPD-Fraktion, deren Annahme der Umwelt und damit den Bürgern hätte dienen können, seien des öfteren mit veralteten Energiegutachten abschlägig beantwortet worden. „Leider hat man in manchen Kreisen noch nicht wahrgenommen, dass verbesserte Technik und Effizienz einerseits und bessere Förderungsmöglichkeiten und veränderte Preise andererseits zu einer günstigen Bewertung der Amortisation und damit der Rentabilität neuer Anlagetechniken führt.“ „Eine zukunftsfähige Politik für den Landkreis Bamberg und seine Bürger sieht anders aus“, lautete die zusammenfassende Bewertung des Kandidaten.
Kritisch sah Schick auch die aktuelle Landkreispolitik in Bezug auf die geplante Fusion der Krankenhausgesellschaften in der Stadt und im Landkreis. „Nicht irgendwelche Aufsichtsratsposten, sondern die optimale gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung sollte für die politisch Verantwortlichen Hauptziel sein“. Für ihn sei es daher absolut notwendig, dass die Fusion so bald wie möglich beschlossen werde, denn nur unter „Bündelung aller Kräfte können die Krankenhäuser in der Stadt und im Landkreis auf dem heiß umkämpften Gesundheitsmarkt bestehen“.
„Der ÖPNV war jahrelang ein Stiefkind der Landkreisverwaltung.“
In Bezug auf den öffentlichen Personennahverkehr mahnte er gegen allzu große Euphorie. „Jahrelang war dieser Bereich ein Stiefkind der Landkreisverwaltung“, so Schick, der gleichzeitig davor warnte „allzu schnell die Kosten für den Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) zu vergessen und gleichzeitig auf ein besseres Angebot im öffentlichen Nahverkehr zu hoffen“. Für ihn wäre es sinnvoller, erst die Möglichkeiten eines Bamberger Verbunds zu prüfen, die vorhandenen Angebote zu verbessern und dann dem VGN beizutreten.
Die Delegierten bekräftigten mit anhaltendem Applaus die abschließende Ankündigung des Kandidaten, dass man „mit einer deutlich gestärkten SPD-Fraktion im Rücken“ nach den Kommunalwahlen in der Lage sein werde, in diesen und anderen Bereichen „lang ersehnten und überfälligen frischen Wind in die Landkreispolitik zu bringen.
Zusätzlich zur Wahl des Landratskandidaten und der Abstimmung über die Liste für die Kreistagswahl stimmten die Delegierten auch der Listenverbindung mit der Fraktion Bündnis90/Die Grünen zu. asp